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               not invented by nature                  

Kunstausstellung zum

Experimental BioArts Project

 9. Dezember 2013  – 31. Januar 2014

 

Pressemitteilung

Eine Laborszene, kleinste lebende Organismen unter dem Mikroskop …. für den Normalbürger eine abstrakte Welt, mit der er sich wenig auseinandersetzt.

Speziell in der synthetischen Biologie möchte man nicht nur die Natur verstehen, sondern geht noch einen Schritt weiter: Biologen greifen aktiv in den Kreationsprozess ein.. Ideen entstehen am Computer und werden dann in biologische Anwendungen übersetzt. Diese Art der Biologie birgt ein großes Potential, ist aber in ihrer Methode der Öffentlichkeit bisher kaum zugänglich.

Seit den 80er Jahren gibt es Künstler, die sich diesem Thema widmen und versuchen Möglichkeiten und potentielle Risiken in Kunstwerke zu übersetzen: BioArt führt die Naturwissenschaften und die Kunst zusammen. Die meisten Arbeiten sind Reflektionen, oft politische und/oder soziale Kritiken. Die Definition von BioArt selbst ist weit gefaßt, sie beschreibt Arbeiten, die aus lebenden Materialien bestehen, bis hin zur abbildhaften Reflexion, die sich mit Biotechnologie im ökologischen wie gesellschaftspolitischen Kontext auseinandersetzt.

Adam Zaretsky, ein Vertreter der Gattung, fasst es treffend zusammen: .”(BioArt) is a way of looking where we interface with ourselves, human culture and the rest of the living world.”

Das BioArt-Projekt not invented by nature entstand in einer Zusammenarbeit von Prof. Roland Eils (Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Universität Heidelberg) und Prof. Ursula Damm (Bauhaus-Universität Weimar.) Das Ziel des Projektes war es, Wissenschaftler und Künstler zusammenzubringen und während eines vierwöchigen Laboraufenthaltes Gedanken und Wissen auszutauschen – für die Kreativen eine praktische Möglichkeit, sich mit dem Thema synthetische Biologie auseinanderzusetzen.

Mit einer Ausschreibung wurden vier internationale Kunstschaffende ausgewählt. Auswahlkriterien waren die Fähigkeit, sich phantasievoll und kreativ auf die zur Verfügung gestellten Technologien einzulassen, bereits gemachte Erfahrungen zum Thema, aber auch die philosophische Auseinandersetzung und Herangehensweise und letztlich die Fähigkeit zur Umsetzung kultureller Themen in Technoscience.

 

Die Künstler sollten jedoch nicht auf die Arbeit mit biologischen Materialien limitiert werden, sondern gerne Aspekte jenseits des Uni-Campusses in den Diskurs mit einbeziehen.

Im Life Science Lab des DKFZ und mit Unterstützung des BioQuant der Universität Heidelberg gab es eine zwei wöchige Einführungsphase und zwei Wochen, in denen unter professioneller Anleitung frei experimentiert werden durfte.

 

Alle vier Künstler wählten letztlich für ihre Arbeiten unterschiedliche Medien, hatten verschiedene Betrachtungsweisen.


Miguel Santos, ein portugiesischer Künstler, entschied sich sehr bald, aus einer Metaebene heraus zu operieren und weniger im Labor zu arbeiten, als im Gespräch mit den Wissenschaftlern das Material für seine künstlerische Arbeit zu finden. Er wählte den Garten des BioQuant, um den Kontrast zwischen Natur und Labor aufzuzeigen, der von den Wissenschaftlern oft nicht mehr wahrgenommen wird. Sie arbeiten jeden Tag im Labor mit biologischem Material unter künstlichen Bedingungen und dabei nehmen sie das „biologische Material” in seiner natürlichen Umwelt als solches kaum noch wahr. Mit seiner Intervention zeigt er die Kluft zwischen Labor und der “wahren” Welt des Gartens auf. Seine Arbeit wirft Fragen zum Verhältnis von Laborsituation und reale Bedingungen auf und hinterfragt, wie wir mit dieser Widerspruch umgehen.

Im Kontrast dazu ist der Brite Howard Boland der klassische BioArtist im engeren Sinne. Er arbeitet mit biotechnologischen Materialien aus dem Bereich der synthetischen Biologie. Mit seiner Arbeit “A cellular propeller” will er Laborarbeiten transparenter für die Menschen machen, zeigt, das biologisches Material sich ungewöhnlich verhalten kann, außerhalb des natürlich Vorgesehenen und thematisiert eine experimentelle Arbeitspraxis an sich.

 

Die Koreanerin Ji Hyun Park hingegen arbeitete bisher mit elektronischen Medien. Mit dem Heidelberger Projekt versucht sie mit verschiedenen Methoden ihre eigene DNS in Form von Installation und zur Eröffnung mit einer Sound Performance zu visualisieren (visualisieren wäre ja nicht akustisch, oder?) bzw. erfahrbar zu machen.

Die polnische Künstlerin Joanna Hoffmann-Dietrich zeigt zwei Videoarbeiten, in denen sie sich unter anderem mit philosophischen Fragen zum Thema synthetische Biologie auseinandersetzt. Besonders die Arbeit “Philosopher’s Stone” ist inspiriert durch Laborgespräche und ein Beobachtungen eines realen Experiments von Studenten, die mit ihrem Projekt beim internationalen iGEM-Wettbewerb unter Leitung von Prof. Roland Eils in diesem Jahr mit dem goldenden Biobrick zum “Weltmeister“ der synthetischen Biologie gekürt wurden.

Zwei weitere Künstler, die sich mit biologischen Materialien im Labor bereits auseinandergesetzt haben, wurden zur Schau eingeladen: Klaus Fritze und Theresa Schubert.
Klaus Fritze ist studierter Molekularbiologe und arbeitete lange in Forschungsinstituten. Später vervollständigte er seine Ausbildung mit einem Abschluss an der Kunsthochschule für Medien  Köln. Er transferiert seine Erfahrungen aus der Microbiologischen Forschung in einen künstlerischen Kontext.
Theresa Schubert arbeitete an einem Projekt über unconventional computing mit Schleimpilzen (Physarum polycephalum). Zeichnungen und Collagen aus ihrem Labortagebuch zeigen die experimentelle Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Methoden.

Alle Arbeiten eröffnen dem Betrachter einen Einblick in eine Welt, mit der wir im alltäglichen Leben kaum in Berührung kommen und doch jeden Tag unsere Realität ist, unsere Umwelt hinterfragt, entdeckt und auch formt. Not invented by nature eröffnet nicht nur einen Einblick, sondern auch einen neue Sichtweise und hinterfragt kritisch das Forschung, Kultur und unser  Verständnis von uns selbst.

for any further questions contact: Liane Wendt – liane.wendt@bioquant.uni-heidelberg.de

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